Die Amblyopie, Schwachsichtigkeit, bei Kindern ist in erster Linie kein strukturelles, sondern ein funktionales Problem. In der evidenzbasierten Medizin wird in der Regel der Ansatz verfolgt, die Sinneszellen zu stimulieren. Vorhandene Störungen zu korrigieren und das betroffene Auge gezielt anzuregen, beispielsweise durch Okklusion- oder Pflasterbehandlung, bei der das “bessere” Auge abgeklebt wird. Ziel dieser Behandlung ist es, dass betroffene Auge dazu zu bewegen, seine Aufgaben zu erfüllen, wodurch die Sinneszellen wieder angeregt werden. Eine weniger drastische Methode ist es, eine Brille zu verordnen, bei der das bessere Auge ein getrübtes Glas vorgesetzt bekommt, wobei die Trübung in einer Stärke gewählt wird, dass das bessere Auge schlechter sieht, als das von der Schwachsichtigkeit betroffene Auge. Alternativ werden auch Brillengläser verordnet, welche die Sicht des von Amblyopie betroffenen Auges verbessert.

Interessant ist in diesem Zusammenhang der Bericht eines Forscherteams aus dem Jahre 2006, das sich mit Fixationsbewegungen der Augen auseinandersetzte. Bekannt war bereits, dass eine Amblyopie gewöhnlich mit einer gestörten Fixationsbewegung einhergeht. Allerdings glaubte man noch bis ins Jahr 2000, dass winzigste Fixationsbewegungen, die in Mikrosakkade, Drift und Tremor unterschieden werden, keinerlei Einfluß auf den Sehvorgang hätten. Die Ergebnisse der im Jahr 2006 veröffentlichten Studie widerlegt diese Annahme eindeutig und beweist, dass winzige Zuckungen der Augen eine Adaption der Fotorezeptoren verhindern.

Sie können sich das so vorstellen, wie Sie es aus Ihren eigenen Erfahrungen kennen. Ein Geruch ist oft nur anfangs stark und eventuell unangenehm. Sind Sie ihm längere Zeit ausgesetzt, erfolgt eine Adaptation der Rezeptoren und der Geruch wird nicht mehr wahrgenommen. Ähnliches kennen Sie vielleicht auch von Geräuschen, an die sich das Gehör gewöhnt. Im Falle der Augen erfolgt auch eine solche Adaptation, die für ein Verblassen des, auf die Netzhaut fallenden, Bildes sorgt.

Das Auge eines Normalsichtigen muss eine fein abgestimmte Bewegung vollführen. Sind es zu viele Fixationsbewegungen, würde das Bild verwackeln. Sind es zu wenige Fixationsbewegungen, verblasst das Bild. Zumindest in der Forschung ist man nun auf dem Weg, den Prozess zu verstehen, der diese feine Balance entstehen lässt und aufrecht erhält.

In der Funktionaloptometrie strebt man zu einer funktionalen Verbesserung hin. So erfolgt nach einer gesicherten Feststellung der Ursachen für die Amblyopie immer ein begleitendes Visualtraining, das nicht mit einem Muskeltraining, wie es der Begriff Augentraining vermuten lassen würde, verwechselt werden darf. Insofern ist auch eine Behandlung über das 7. Lebensjahr hinaus möglich. Es besteht aus einem Fixationstraining, dynamischer Visus-Stimulation, Visuell-motorischen Training, Augenmotorik und binokularen Training.

Neben dem Visualtraining werden andere Verfahren eingesetzt. Beispielsweise auch eine Brille zur Behebung von Winkelfehlsichtigkeit, worunter ein verstecktes Schielen verstanden wird.

Bitte rufen Sie uns an. Wir können auf sehr gute Erfolge bei der Behandlung von Amblyopie zurückblicken und helfen Ihnen gerne.